VOGELHAUS - FUTTERHAUS

Waldkauz – Vogel des Jahres 2017

Waldkauz – Eulen

Brutbiologie
ArtWaldkauz
OrdnungEulen (Strigiformes)
Unterordnung---
FamilieEigentliche Eulen (Strigidae)
GattungStrix
BrutortSiedlungsbereich, in lichten (dünnen) Misch- und Laubwald
BruttypHauptsächlich Höhlenbrüter (Nistkasten - Höhlenbrüterkasten)
Lage des NestesIn Bäumhöhlen oder Gebäudenischen, auf Dachböden, in Felshöhlen
Paarbeziehungmonogame Dauerehe
Nestbau---
BrutDas Brutgeschäft wird ausschließlich vom Weibchen durchgeführt, nach dem Schlupf hudert das Weibchen. Nahrungsversorgung durch das Männchen
LegebeginnEnde Jänner, bis Anfang Februar
Brutdauer28 - 29 Tage
Bruthäufigkeit1 Jahresbruten
Gelegegröße3 - 5 Eier
Nestlingsdauer29 - 35 Tage, Jungvögel werden erst nach 6 - 7 Wochen flügge
Fütterung der JungvögelDie Fütterung wird durch das Männchen und das Weibchen durchgeführt
FuttertypIm Sommer großteils Insekten, Mäuse und Kleinvögel. Als kämpferischer Vogel greift er auch Wiesel und Katzen an
Phänologie
ZugverhaltenStandvogel
Ankunft im Brutgebiet-
Gesangin der späteren Dämmerung, bis in die Dunkelphase hinein
Aktivitätszeitdämmerungs- und nachtaktiv

Brutgebiete/Besiedelungsgebiete

Von Strix alucon

Der Waldkauz ist ein ausgeprägte Standvögel, der sein Revier auch im Winter nicht verlassen. Eine Ausnahme sind die Jungtiere, die wandern in verschiedenen Richtungen ab, sobald sie flügge sind. Die Dispersionszeit – darunter versteht man die Zerstreuungswanderungen von Vögeln, in der sie vom Brutort weggeführt werden. Diese Zeit der Jungvögel fällt mit der Herbstbalz der Waldkäuze zusammen. Die Elternvögel vertreiben in dieser Zeit den Nachwuchs aus ihrem Revier. Die meisten jungen Waldkäuze siedeln sich ganz in der Nähe des Elterntier Reviers an.

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Waldkauz – Stimme/Gesang

Der Ruf des Weibchens wird zumeist als ein schärferes „Kuwitt“/ „Kewitt“ beschrieben, während das Männchen in einem langgezogenen “Huh-Huhuhu-Huuuh” sowie in einem mehr trillernden „wuuwuuwuuwuu“ ruft.  Jungvögel betteln mit einem schrilleren Zick-Laut nach Futter, dieser Laut verändert sich im Laufe der Zeit, bis er die Melodie des erwachsenen Waldkauzes annimmt.

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Waldkauz – Aussehen:

Mit einer Körperlänge von 40 bis 42 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 330 und 630 Gramm gehört der Waldkauz schon zu den etwas größeren Eulen.

Er erreicht eine Flügelspannweite von ca. 100 cm.

Grundsätzlich sind die Weibchen schwerer als die Männchen, in unseren Breiten wiegen die Waldkauzweibchen im Schnitt 560 Gramm, die Männchen sind um ca. 150 Gramm leichter.

Vom Körperbau und von der Statur her ist der Waldkauz ein robuster Jäger der Nacht. Von der optischen Wirkung, wirkt der Kopf etwas groß im Verhältnis zur Körpergröße. Ein markantes Unterscheidungsmerkmal zur Waldohreule – abgesehen von der zarteren Statur und den gelben Augen – sind die Federohren, die dem Waldkauz fehlen.

Der dicke, stark gekrümmte Schnabel ist schwefelgelb, die Schnabelbasis dagegen ist meist hornfarben. Die Wachshaut ist leicht grünlich und ist sehr deutlich bei den Jungvögeln zu erkennen.

Die Augenlider sind bei den adulten Waldkäuzen blass rot, bei den Jungvögeln die noch mit dem Dunenkleid befiedert sind, sind die Augenlider meist noch wesentlich stärker rot. Die Iris ist schwarzbraun und die Pupillen blauschwarz. Es sieht immer sehr lustig aus, wenn dich ein Waldkauz ansieht und immer nur ein Auge schließt – es sieht dann so aus als wen dich der Waldkauz anzwinkert 😉

Der Fang des Waldkauz ist sehr kräftig und er kann richtig kräftig zupacken. Die Krallen hornbraunfärbig und laufen am Ende gegen die Spitzen schwarz zu.

Durch das locker sitzende Gefieder erscheint der Waldkauz größer als er tatsächlich ist.

Das Gefieder ist sehr ähnlich einer Baumrindentextur und dadurch eine ideale Tarnfärbung. Die Schultern und Flügel haben helle Tropfenflecken, die im Halbdunkel des Waldes wie Sonnenflecken wirken und damit die Tarnung noch einmal wesentlich erhöhen. Vergleichbare Gefiederfärbungen mit Tropfenflecken finden sich auch bei einer Reihe anderer Vögel wie Sperlingskauz um bei dem kleinsten anzufangen, dann Zwergohreule, Wendehals, und Ziegenmelker, allesamt Vögel die  sich tagsüber vorzugsweise in der Nähe von Stämmen aufhalten.

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Waldkauz – Verhalten:

Der Waldkauz ist dämmerungs- und nachtaktiv, daher wird er auch tagsüber sehr selten gesehen. Jedoch verrät sich seien Anwesenheit durch seinen Gesang sowie wahrnehmbare Alarmiertheit bei anderen Vögeln. Der Waldkauz bejagt ein festes (sein eigenes) Territorium und hat seine festen Rituale, wie einen festen Verbleib, an dem er den Tag verbringen.

Er sitzt oft auf einem höheren Ast, dicht an den Stamm gepresst, so dass man ihn durch sein tarnendes Gefieder kaum sieht. Am Abend, wenn der Waldkauz aktiv wird, beginnt das Männchen mit seinen Rufen, mit denen er sein Territorium abgrenzt. Während der Jagd verhält er sich still, damit seine Beute nicht verjagt wird.

Aus vergangener Zeit ist das Image des Waldkauzes nicht sonderlich gut, denn während der Balz ist der Ruf oft die ganze Nacht durch zu hören und am Morgen wird der Ruf sofort wieder aufgenommen.

Im Mittelalter galt der Waldkauz sogar fälschlicher weise als „Totenvogel“, denn auffallend oft war er zur Stelle, wenn ein Mensch im Sterben lag. Mit seinem „Ku-witt“ das man damals als „Komm-Mit“ deutete, war es auch schon Grund genug und eine beschlossene Sachen um dem Walzkauz nachzustellen und ihn zu töten. Um den Tod abzuschrecken, nagelte man den Waldkauz an Einfahrttore und Haustür. Die Wahrheit darüber, warum Waldkäuze sich häufig in der Nähe von Sterbenden aufhielten ist, dass das Licht, das während der Nachtwachen durchgehend in den Zimmern der Kranken brannte, die Waldkäuze anlockte.

ACHTUNG: Immer wieder nehmen Spaziergänger junge Waldkäuze die auf „Wanderschaft“ sind, in irriger Meinung mit nach Hause, weil man dachte, dass der Jungvogel von den Eltern verlassen wurde. Dazu sind drei Dinge anzumerken.

Erstens, es ist normal, dass die Jungvögel unterwegs sind – die werden von den Eltern gefüttert!

Zweitens, ein Eulenkind aufzuziehen setzt viel Erfahrung voraus und den richtigen Umgang mit dem Futter, weiters ist auch nicht zu unterschätzen, dass ein Eulenkind sehr viel Zuwendung braucht und

Drittens, es ist nicht ungefährlich, denn Waldkauzeltern attackieren auch Menschen rigoros, wenn sie ihre Jungen in Gefahr sehen!

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Waldkauz – Vorkommen:

Als Standvogel ist er das ganze Jahr anzutreffen. Der Gebüsch-  und Waldjäger ist in alten Wäldern, Parks und Friedhöfen, Alleen zu finden. Man findet ihn bis in Höhenlagen von 1800 m ü.M. An kalten Wintertagen sitzen die Käuze auch tagsüber in der Sonne, und auch gerne auf Kaminen, aus denen warme Luft streicht.

Im Winter bejagen Waldkäuze sehr oft die Grünstreifen der Straßenränder, da dort durch das streuen von Salz die Schneedecke weg ist und sich da die Nager, wie Mäuse oder Ratten am ehesten aufhalten. Leider wird den Waldkäuzen sehr oft der Straßenverkehr zum Verhängnis. Durch die Autoscheinwerfer geblendet verunfallen sehr viele der Vögel in dem sie in die fahrenden Autos fliegen!

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Waldkauz – Gelege:

Von Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer

Ein durchschnittliches Gelege besteht aus 4 bis 7 weissliche gefärbten Eiern. Gelege können aber auch nur 1 Ei aufweisen.

Die Brutzeit beträgt im Regelfall 28 bis 30 Tage. Für das Brutgeschäft ist ausschließlich das Weibchen zuständig.

Bei uns in Mitteleuropa brüten die Waldkäuze gewöhnlich ab März.

Die Eier sind elliptisch und haben im Durchschnitt 46,7 mal 39,1 mm. Ihre Schale ist glatt und glänzt leicht. Die Eiablage erfolgt meist nachts, mit einem Legeabstand von 2 und 4 Tagen. Es wird nur eine Jahresbrut groß gezogen, bei einem Gelegeverlust kommt es aber zu einem Nachgelege.

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Waldkauz – Nest mit Brut:

Von 4028mdk09

Gerne werden als Nistplatz Baumhöhlen angenommen, als auch Felsnischen und alte Krähen- und Greifvogelnester.

Geeignete Brutplätze in Gebäuden oder künstliche Nisthöhlen (wie hier im Bild) werden ebenfalls angenommen. Für die Nistkästen werde ich dir noch einen geeigneten Bauplan zum selber bauen unter „Nistkasten“ rein stellen.

Sobald sich das Weibchen für eine Bruthöhle entschieden hat, beginnt es diese zu reinigen und das eventuell von Staren oder Eichhörnchen eingetragene Nistmaterial zu entfernen.

Waldkäuze legen ihre Eier direkt auf den Boden der Bruthöhle. Bereits vor der Eiablage jagt das Weibchen nicht mehr. Es wird durch das Männchen mit Futter versorgt. Das Männchen kündigt sich durch Rufe an, worauf das Weibchen ihm entgegenfliegt und die Beute übernimmt.

 

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Waldkauz – Jungvögel:

Auf den beiden Bildern siehst du das weiche Dunenkleid eines Jungen Waldkauzes. Das Dunengefieder verliert der Waldkauz im Laufe der ersten Wochen seines Lebens.

Die Färbung variiert je nach Alter der Vogels.

In der ersten Zeit ist die Farbe Grau-Weiß, mit zunehmenden Alter ändert sich die Farbe in Richtung Gelbbraun mit braunen und weißen Einschlüssen.

Die Färbungen ist bei den Jungvögeln genau so unterschiedlich, wie bei den ausgewachsenen (adulten) Waldkäuzen, da gibt es teilweise auch große Farbunterschiede  in den Brauntönen.

Von B.K.H. Schnebele

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Waldkauz – Nahrung:

Von bartbblom
Von Martin Lindner

Gewölle:

Im Bild oben siehst du ein auseinander genommenes Gewölle zur Rekonstruierung der Beutetiere im Revier des Waldkauzes.

Im Bild rechts, von Martin Lindner, siehst du ein Gewölle, so wie es der Waldkauz aus dem Schlund wieder heraus würgt.

Das Gewölle ist ein nicht verdaulicher Nahrungsrest, wie Knochen oder der Pelz einer Ratte, oder Federn, also alles was der Waldkauz nicht verdauen kann. Das kommt dann in Form des Gewölles im Schlund wieder hoch – fein komprimiert und zusammengepresst. Junge Waldkäuze verdauen mehr als adulte und man findet beispielsweise bei den Jungvögel-Gewölle weniger Knochen.

Anhand des Gewölles lässt sich auch sehr gut fest stellen welche Hauptnahrungsquellen dem Waldkauz in seinem Revier zur Verfügung stehen.

Der Waldkauz ist durch seine „Federnkonstruktion“ ein geräuschloser Flieger und dadurch ein gefährlicher effizienter Jäger. Er ernährt sich von einer Vielzahl Beutetiere und ist dabei nicht wählerisch.

Zur Beute gehören kleinere Vögel, Fledermäuse, Eichhörnchen, Maulwürfe, Ratten, Mäuse, Frösche, Kröten und gelegentlich Insekten.  

Das wesentlich kräftiger gebaute Weibchen, fängt auch größere Beutetiere, wie Tauben, junge Hasen und Kaninchen.

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Waldkauz – Fütterung:

Mäuse und Ratten (alle tot und ausgenommen), da muss man, ob man will oder nicht, selbst Hand anlegen, oder getötete Eintagsküken (aber unbedingt frisch), die von Hühnerbrütereien am ehesten zu bekommen sind. Wenn du keinen Zugang zu derartigem Futter hast, dann einfach mit einem Jäger, Förster oder am besten mit einem Falkner Kontakt aufnehmen, die wissen wo man Futter für Greifvögel bekommt.

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Waldkauz – Galerie

  • © flickr-Peter Trimming
  • © flickr-Peter Trimming

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